Was macht den guten Programmierer aus?


Ich lese ja öfter mal auf Programmers StackExchange und dort findet man einige Perlen:

Eine Antwort auf die letzte Frage war

Programmers who don’t code in their spare time for fun will never become as good as those that do.

Das ist auch meine Meinung.

Damit will ich nicht sagen, dass alle Entwickler keine Freizeit, kein Leben und keine anderen Interessen haben sollen. Ãܜberhaupt nicht. Aber für mich ist das eine Frage des inneren Antriebs:

Wenn ich mich für ein Thema interessiere, dann will ich immer mehr und immer neue Dinge darüber erfahren.

Und das funktioniert nicht im Büro von 9 bis 17 Uhr (eh ja, ok: von 7 Uhr - ich bin halt Frühaufsteher). Da muss man nämlich ganz konkrete Probleme lösen und ist in den Mitteln zur Problemlösung oft durch die vorhandene Infrastruktur, die Lizenzen, die Hierarchie eingeschränkt. Und wenn ich mir die Grundideen der funktionalen Programmierung mit Clojure, eine komplette Deploymentpipeline für Continuous Deployment oder einfach eine neue Programmiersprache wie Googles Golang angucken möchte, dann kann ich das nicht unbedingt während meiner Arbeitszeit im gerade laufenden Projekt tun.

Und ich bin auch der Meinung, dass man als guter Softwareentwickler Unmengen an Büchern lesen muss. Nicht, weil Lesen so entspannend ist (jedenfalls nicht nur), sondern weil man aus Büchern auf einen Schlag eine Menge Input bekommen kann und diesen in Zukunft vielleicht auf eine neue Problemlösung anwenden kann. Und selbst wenn ich nicht alles immer zu 100% verwerten kann und damit mein aktuelles Projekt im Büro voranbringe, dann hilft es mir, einen anderen Blickwinkel auf meine Arbeit zu bekommen.

Und für mich persönlich kann ich sagen, dass ich meinen Job in der Softwareentwicklung nicht gewählt habe, um Karriere zu machen und/oder viel Geld zu verdienen. Ich finde, dass die Tätigkeit der Softwareentwicklung eine sehr spannende Aufgabe ist und ich möchte jeden Tag auf’s neue Probleme finden und lösen.

Weil ich das so spannend finde, kann ich auch zuhause nicht aufhören, an kleinen Privatprojekten rumzubasteln, neue Programmiersprachen auszuprobieren oder einfach eine kleine Unannehmlichkeit für mich selbst zu lösen.

Aber das sehe ich für jeden Beruf so. Völlig egal, ob man Softwareentwickler ist oder in Wales Schafe züchtet und Olympiasieger im Hütehundsport werden will.

Und ja, StackExchange lesen ist für mich Weiterbildung. ;-)

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