Seit ich den Amazon Kindle in meinem Rucksack habe, sind ein gutes Dutzend Ebooks in meinem Besitz – und es werden mehr. Natürlich über Amazon gekauft – denn der Kindle liest erstmal keine anderen Bücher. Der Grund dafür ist digitale Rechteverwaltung (DRM), zu deutsch: Kopierschutz. Wer im Moment einen Ebook-Reader kauft, legt sich nämlich auf einen Hersteller fest.
Natürlich habe ich eine Möglichkeit gefunden, die Ebooks von Amazon vom Kopierschutz zu befreien und sie damit auch auf anderen Geräten zu lesen. Das klappt im Moment aber nur mit dem Format MOBI, nicht mit dem neueren TOPAZ. Daraus folgt ein Wettrennen zwischen Amazon und den Hackern, kennt man schon von Kinofilmen, Musik oder Computerspielen. Und daher weiß man auch, dass so ein Wettrennen niemals vom Hersteller gewonnen und immer auf dem Rücken des Kunden ausgetragen wird.
Ich frage mich, wie lange die Hersteller noch brauchen, um diese Entwicklung wie beim Handel mit Musik zu stoppen. Musik wird schon seit längerem ohne Kopierschutz vertrieben und damit befreit man den Kunden von Problemen mit unterschiedlichen Geräten. Die Stücke dürfen wieder auf beliebige Endgeräte kopiert werden, damit man mit seiner gekauften Musik machen kann, was man möchte. Natürlich gibt es Grenzen, aber die gabe es neben der Privatkopie früher auch schon. Und wenn man seine Musik legal erwirbt, ist auch das Besitzgefühl ein ganz anderes, denke ich.
Auf jeden Fall kann man sagen, dass mit sinkenden Technikhürden die Bereitschaft steigt, elektronische Güter zu kaufen statt einfach runterzuladen. Wenn man mit einem einzigen Klick die neue CD von Gisbert zu Knyphausen kaufen kann, wieso soll man sich dann die Mühe machen, auf potentiell virenverseuchten Seiten danach zu suchen?
Ich wünsche mir das auch für Ebooks: Wenn ich ein Buch kaufe, möchte ich ein Format wie EPUB und keinen Kopierschutz. Einfach damit ich mir mein Endgerät aussuchen kann. Wer weiß denn, ob der Amazon Kindle in 3 Jahren immer noch existiert? Und dann möchte ich bitte auf ein Ipad ausweichen können, ohne meine Bücher noch einmal zu kaufen.
Und bis es soweit ist, werd ich weiter nach Möglichkeiten suchen, den DRM-Schutz für meine Bücher zu knacken.
Ich bin Softwareentwickler und Open Source-Freund.
Du kannst deine Kindle Books auch auf dem iPad lesen (die App ist echt ganz nett), oder Mac..oder PC. Ich glaub die Wahl Kindle Buecher zu kaufen ist nicht so schlecht. Aber gut, ich schau halt auch dass ich ePubs bekomme.
Ja, klar. Man kann die Bücher auf dem Iphone lesen – mit der Kindle App. Nur was mach ich, wenn ich mir als nächstes ein Android kaufe? Oder einen Nook? Dann bin ich erstmal raus…
Ich denke auch, dass Amazon noch über eine längere Zeit ein besseres Buchangebot als Apple haben wird. Aber sobald Apple einen Generalvertrag mit dem deutschen Buchhandel schliesst und damit z.B. alle Thalia-Bücher als Ebooks anbietet, würde ich auch wechseln. Und dann geht es wieder von vorne los: Meine Amazon Bücher befreien, dann in iBooks importieren.
Ich habe die Wahl meines eBook-Readers ganz auf den gegenwärtigen Markt ausgelegt. Das propritäre AZW Format ist hingegen ein NoGo für mich.
Ich denke, dass die Zukunft sehr stark Richtung EPUB geht. Google hat etliche seiner Bücher von PDF auf EPUB konvertiert und man sieht eine drastische Zunahme, wenn man den Markt bzgl. eBooks folgt (kann jetzt auch subjektiv sein).
Ich selbst habe vorher versucht mit etlichen Tools auf dem iPhone gescheit Bücher zu lesen. Ich kann von meinem Empfinden bestätigen, dass es kein Lesevergnügen ist. Von der Akkuleistung mal nicht zu sprechen – wir wollen ja lesen und das iPhone nicht alle paar Stunden neutanken.
Auch Mehrspaltige PDF Dokumente sind ein Graus auf einem iPhone (auch auf einem 6″ Display wie bei meinem PRS 600), da hilft dann u.U. nur ein Pagreflow oder Zoomen. Sehr gute Erfahrungen habe ich mit meinem PRS 600 und normalen einspaltigen PDF Dokumenten gehabt (Auch Lehrbücher usw.).
Ein weiteres Gesichtspunkt für mich ist, dass ich die eBooks auch problemlos auf eine SDHC Karte packen kann und eBook-Reader übergreifend auf andere Geräte mitnehmen kann (falls es denn soweit sein sollte, dass ich mir etwas neues zulege).
Das Pocketbook 302 wäre auch eine Betrachtung wert. Ein Hersteller aus der Ukraine. Günstig, Top Support, OpenSource Betriebssystem.
In diesem Sinne und viele Grüße,
Ali Akcaagac
Der Kindle selbst ist schon ein gutes Gerät. Das Display ist super, das Kaufen der Bücher, das Runterladen auf das Gerät – alles tadellos. Ich denke aber auch, dass in den nächsten 2-5 Jahren der Markt für eBooks ordentlich umgekrempelt wird. Es wird sich ähnliche wie bei PDF ein Format (EPUB?) etablieren und irgendwann werden die Händler auch das DRM aufgeben.
Apropos PDF: Demnächst muss ich mal ausprobieren, wie normale PDFs auf dem Kindle aussehen. Das Update v2.5 hat ja PDF Zoom mitgebracht. Schöner wäre natürlich alles als EPUB, damit man dynamische Seitenumbrüche und sowas hat… zumindest Calibre kann ja die Konvertierung, das wird bei mir auch weiter im Einsatz sein.